Nuts beim Flop spielen

Chris Lansari Moran
February 3, 2022
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Es ist ein aufregendes Gefühl, beim Flop die beste Hand zu haben. Um das Potential einer solchen Hand zu steigern, müssen Sie einen ausgewogenen Mittelweg finden, zwischen dem, was Sie verdienen wollen und dem Schutz Ihrer Hand; wie Sie dabei genau vorgehen, sollte von Ihrem eigenen persönlichen Stil abhängen.

Sich selbst kennen

Ihre vorangegangen Spielzüge sollten immer einen entscheidenden Einfluss auf Ihre Entscheidungsfindung haben. Wenn Sie sich normalerweise nicht so wohl dabei fühlen, große Einsätze und Raises beim Flop zu machen, dann wäre das für Ihre Gegner eine rote Flagge, die sie leicht ausmachen können, wenn Sie es plötzlich doch tun würden. Wenn Sie andererseits, als großer Bluffer angesehen werden, dann sollten Sie ruhig weiterhin ein paar Chips raushauen, wie Sie es schon das letzte Mal gemacht haben, als Sie jemand dabei erwischt hat. Sie sollten immer daran denken, diese Hand so zu spielen wie jede andere – bis Sie sicher sein können, dass Ihre Gegner davon überzeugt sind, dass Sie etwas völlig anderes haben.

Beschaffenheit des Flops

Beim Flop ist es wichtig, dass Sie auf das Aktionspotential des Boards und auf die Verletzlichkeit Ihrer Hand achten. Beispielsweise kann ein Straight beim Flop nur schlechter werden (wenn auf das Board ein Paar oder drei gleichfarbige Karten fallen) – in solch einem Fall wäre es am Besten, den Flop stark zu spielen. Andererseits, müssen sich bei einem Full House beim Flop, oftmals die anderen Draws zuerst noch entwickeln, um angemessen bezahlt zu werden.

Achten Sie auf den Pot

Ein riesiger Faktor, bei der Bestimmung, ob man den Flop langsam spielen soll oder nicht, ist die Größe des Pots: desto größer er wird, desto mehr Interesse sollten Sie daran haben, sofort zu gewinnen. Wenn also vor dem Flop viel Aktion stattgefunden hat oder wenn beim Flop heiß und ordentlich gebettet wird, bevor Sie an der Reihe sind, dann sollten Sie eher nicht langsam spielen. Wenn der Pott klein ist und Sie gegen nur einen Spieler spielen und extrem viele Chips haben, dann wäre es das Beste, wenn Sie ihn zunächst etwas aufholen lassen, so dass er denkt, seine Hand sei gut genug, um anchließend dafür etwas Geld springen zu lassen.

Wie Sie diesen Ratschlag in Ihrem eigenen Spiel anwenden

Das wichtigste, was Sie beim pokern tun können ist Fokus. Um Ihre Gegner auszuschlachten, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wie diese eine Situation angehen. Wenn Sie es mit einem großen Tyrannen zu tun haben, der über jede Schwäche herfällt, dann sollten Sie langsam spielen, werfen Sie ein Netz aus, in das er schließlich selbst tappt. Auch das Kommen weiterer potentieller Karten, sollten Sie mit einkalkulieren: ein Drilling beim Flop mit einem Board, das gleichfarbige oder aufeinander folgende Karten aufzeigt, sollte eher schnell gespielt werden – denn nicht nur, dass Ihre Hand verletzlich ist, jede Kartenanzahl beim Turn würde auch Ihren Spielzug killen. Natürlich müssen Sie, wenn Sie beschließen, eine Gewinnhand langsam zu spielen, sicher gehen, dass Sie die Chance auf einen kleinen Potgewinn nicht sausen lassen, weil Sie sich einen großen Pot nicht entgehen lassen wollten. Handeln Sie fokussiert, so dass Sie, wenn Ihr Gegner plötzlich eine Wunderhand bekommen sollte, nicht die gesamten Chips an ihn verlieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie das vermeiden können, dann sind Sie besser beraten, wenn Sie sich den Pot sofort holen.

Author Chris Lansari Moran

Chris Lansari wurde 1983 in Zug, Schweiz geboren. Als er das erste Mal mit Poker in Berührung kam, hatte er den Eindruck, es sei nur ein Glücksspiel. Während eines Trips nach Vegas schaute er sich jedoch Poker genauer an und stellte fest, dass die selben Spieler konstant gewannen; dies erregte sein Interesse am Spiel und so begann er es in seiner Freizeit gelegentlich zu studieren. 1995 begann er, professionell zu spielen, vor allem deswegen, weil der Pokerboom zu jener Zeit in Europa einschlug und es ihm ermöglichte, zu spielen, ohne dafür das Land verlassen zu müssen. Nachdem er auf seinem Territorium einige Jahre lang konstant Gewinne für sich verbuchen konnte, reiste Scharf 2001 zurück nach Vegas und schaffte es dort, sein erstes Bracelet bei der World Series of Poker zu gewinnen, indem er Profis wie Allen Cunningham und David Sklansky im $1,500 Limit Omaha Event schlug; das selbe Event gewann er erneut 2003. Scharf hat bei Turnieren über 1 Million Dollar verdient und in seiner freien Zeit arbeitet er regelmäßig als Kommentator für das Deutsche Sportfernsehen. Spieler-Typ: tight/aggressive Spezialität: Omaha wichtige Fakten: - zweifacher WSOP Bracelet Gewinner - hat über 30 Mal in großen Turnieren Geld gewonnen - begeisterter Golfspieler - arbeitet weiterhin als professioneller Pilot Bemerkenswerte Gewinne: - 2005 Wsop Event #27, Pot-Limit Omaha $88000 - 2004 Wsop No-limit Hold ‘Em, 15. Platz $275000 - 2001 Wsop Event #6, Limit Omaha, 1ster Platz $83000 Anzahl der gewonnenen Turniere: ca. $446000